Wie die übrigen Salzabbaustätten des Salzkammergutes hat auch Bad Ischl eine lange und abwechslungsreiche Geschichte und gilt als Zentrum für die Produktion des “weißen Goldes”. Der Name Ischl stammt vom keltischen “Iscla” oder “Iscula” ab, mit denen im Jahre 829 in einem Dokument der Flussname angegeben wird, welcher an der Imperial Villa vorbeiführt. Von der frühen prähistorischen Zeit bis zur Gegenwart bildete der Salzabbau den zentralen wirtschaftlichen Kern in Bad Ischl. In den vergangenen 3000 Jahren wurde das Salz von Hand abgebaut und anschließend – unter großer Lebensgefahr – in dürftigen Booten den schnell fließenden Fluss Traun entlang zum See Traun und zur Donau befördert.
Erste Berichte über die Schönheit der Region Salzkammergut reichen zurück bis ans Ende des 18. Jahrhunderts. Der adelige Wiener Arzt Franz de Paula Augustin Wirer war fasziniert von der Schönheit der dortigen Bergwelt und beschloß, im Herzen des Salzkammergutes einen Wohnsitz zu errichten. Zu dieser Zeit war die noch unberührte Region bekannt für ihre Salzbäder, die von den Minenarbeitern gerühmt wurden und erstaunliche Heilwirkung hatten. Da Salzlaken in Bad Ischl reichlich vorhanden waren, beschlossen Dr. Wirer und der örtliche Arzt Joseph Götz, in der Stadt Heilbäder einzuführen. Sie wurden zu einer Modeerscheinung und für beide Ärzte zu einem großen Erfolg. Dr. Wirer hatte in Wien einen hervorragenden Ruf und wurde häufig an das Krankenbett des Herrschers gerufen. Bereits in den Sommern darauf folgte ihm die königliche Familie nach Ischl. Er erhielt von nun an den Titel “Hofrat” und wurde zum persönlichen Leibarzt des Erzherzogs ernannt.
Über zwei Jahre lang blieb der Kinderwunsch von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie unerfüllt. Dr. Wirer empfahl der königlichen Familie, mit Salzbäder die Fruchtbarkeit anzuregen. Nach einem längeren Aufenthalt in dem Kurort gebar Prinzessin Sophie im Jahre 1830 einen Sohn, der den Namen Franz Joseph erhielt. Im Sommer 1831 brachten Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie ihren kleinen Sohn Franz Joseph nach Ischl, wo er seinen ersten Geburtstag feierte – denen über weitere 80 Geburtstage folgten. Bis heute wird der Geburtstag des Herrschers in Ischl am 18. August eines jeden Jahres mit einer großen Feier zelebriert. Er folgte seinem kinderlosen Onkel Ferdinand im Jahre 1848 als Kaiser Franz Joseph I und herrschte seither über sämtliche Besitztümer der österreichischen Monarchie. Doch nahezu jeden Sommer seiner 86 Lebensjahre verbrachte Franz Joseph seinen Worten zufolge als “ein erhabener Gast in Ischl”.
Im Jahre 1853 lud Erzherzogin Sophie zu Ehren des 25. Geburtstages von Franz Joseph zu einem Ball. Unter den Gästen befand sich auch Herzogin Ludovica von Bayern mit ihren Töchtern Helene und Elisabeth. Franz Joseph und Elisabeth verliebten sich und gaben bereits am nächsten Tag ihre Verlobung bekannt. Seither verbrachte das Gefolge des Kaisers die Sommer in Bad Ischl und machte das Kurzentrum in dieser Zeit zum politischen Zentrum. Hier in Bad Ischl unterzeichnete Franz Joseph den Vertrag, der den Ersten Weltkrieg auslöste.
Die Kaiservilla in Ischl, die Sommerresidenz des Kaisers, wurde von Franz Joseph I als “Himmel auf Erden” für sich und seine Familie beschrieben.
Die Villa war ursprünglich ein Hochzeitsgeschenk seiner Mutter Erzherzogin Sophie, als er im Jahr 1854 seine jugendliche bayerische Cousine Elisabeth heiratete. Ihre Verlobung fand im Jahr zuvor in Ischl statt. “Sissi”, wie sie die Familie nannte, wurde als Elisabeth, Kaiserin von Österreich, zu einer der berühmtesten Schönheiten des 19. Jahrhunderts und fasziniert noch heute weltweit die Öffentlichkeit. Franz Joseph ließ für sie ein privates Cottage im Kaiserlichen Park errichten, das im Englischen “Elisabethanischen” Stil des 16. Jahrhunderts gestaltet wurde. Die Villa und ihr Besitz erinnern noch heute an Elisabeth.
Die Kaiservilla war zugleich der Ort, an dem die großen Mächte des 19. Jahrhunderts ihre diplomatischen Schachzüge austrugen. Hier unterzeichnete Franz Joseph am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung an Serbien, was zu zwei globalen Konflikten eskalierte und die Welt veränderte.
Heute ist die Kaiservilla ein Ort des Friedens und der Beschaulichkeit. Sie gehört zum Besitz der Habsburger Nachkommen von Franz Joseph und Elisabeth und verströmt noch immer die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts. Der geschichtsträchtige Ort wird mit großartigen Menschen und Veranstaltungen in Verbindung gebracht. Es benötigt wenig Vorstellungskraft, um sich an die gekrönten Häupter und großen Staatsmänner der Welt zu erinnern, die in der Kaiservilla empfangen wurden, oder an die weltberühmten Komponisten, Autoren und Künstler, die um 1900 zur Glanzzeit von Ischl in der Stadt zu Gast waren. Auf folgender Internet-Seite finden sich hierzu nähere Informationen: http://www.kaiservilla.at/content/view/22/51/lang,en/
Das Léhartheater zählt zu den ältesten Theaterhäusern Österreichs. Es wird exklusiv für Konzerte genutzt. Weitere Informationen erhalten Sies unter: http://www.leharfestival.at/Packages.36.0.html?&L=1
Jedes Jahr im August wird Bad Ischl zum Schauplatz eines Galakonzertes, das an den Geburtstag des österreichischen Kaisers Franz Joseph im Kongreßhaus erinnert. Orchesterauftritte und Anekdoten erinnern an die Zeit des Kaisers und sind zugleich ein Tribut an die Komponisten Ralph Benatzky und Emmerich Kálmán.
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